Parkplatzkickerl
Gegenüber dem Vienna-Stadion boten 2 Asphaltplätze, die bei Meisterschaftsspielen zu Parkplätzen umfunktioniert wurden, die Gelegenheit zum Ballestern. Dabei gerieten wir in Verzückung, wenn auf dem oberen Platz zu "Saisonbeginn" neue Netze in den Toren hingen, da erst jetzt das echte Stadiongefühl erwachen konnte. Gärtnerhandschuhe an den Tormannhänden, die Ansagen "Mit Fliegendem" bzw. "Letzter Tormann" und die Mutter aller Regeln "3 Corner Elfer" kennzeichneten die Spiele. Erwähnenswert ist, dass in der freien Ballwildbahn auch der Misserfolg (=Fehlschuss) zu höchsten Ehren kam. Fast mehr Freude als ein Tor bereitete uns ein 17 Schuss ins Niemandsland, da man jetzt die magischen Buchstaben "Sllw=Schütze läuft locker weiter" (erweiterbar durch "Ss, kM=Selber schuld, kein Mitleid") ins Stürmergesicht schleudern konnte. Auch griffen wir sehr oft in die Kiste der subtilen Tricks. Äußerst beliebt war die Besprechung vor einem Elfmeter, bei der so unauffällig wie möglich auffällig in die falsche Ecke gezeigt wurde, um den Tormann zu täuschen. Ja, kaum zu glauben, aber die meisten wurden gehalten …
 
Kastanienspiel
Herbstbezogene Spielform. Die Baumgabe spaltete alle Kinder in zwei Gruppen. Auf der einen Seite "die", die Heimwerker, die aus Kastanien Tiere machten. Auf der anderen Seite "wir", die Kämpfer, die die Kastanien zu Tieren machten. Sophistisch. "Wir" erkannten, wie wunderbar doch die Natur ist. Sie liefert uns Bälle, in großer Stückzahl, frei Haus und eingepackt in einer eigenen Balltasche! Die Kastanien wurden gerne verwendet, da man sie mit einem hohen Tempo spielen konnte und sie so schön gegen verschiedene Gegenstände flitzten. Die Geräusche beim Aufprall suchten ihresgleichen, ein Ohrenschmaus. Ups! Zusätzlich waren ihre Wege kaum vorausberechenbar, was den einen oder anderen Überraschungsmoment in sich barg und die Spieler zu erhöhter Konzentration zwang.
 
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